Die Wagenlenker des brandenburgischen Landkreises sind eine eingeschworene und erfolgreiche Gemeinschaft
Sie treffen vor allem in der A Klasse nicht nur sportlich bei verschiedenen Turnieren aufeinander, sondern auch bei gemeinsamen Ausfahr-ten in der Schorfheide oder durch die Lychener Heide.
Lychen ist das Stichwort. Denn zu der OHV Kutschergilde gesellen sich noch zwei Uckermarker, die Muli Rensch Familie mit Freund Micha Bandt und der Templiner Turnierveranstalter und Tinker Züchter Familie Berlin.
So vielfältig wie ihre beruflichen Prätentionen, vom Landwirt, Pferdezüchter, Handwerker, Verwaltungsangestellten bis zum Fahrzeug-service Speci, sind auch ihre Kutschpferde, vom Haflinger, Muli, Tinker, Deutsches Sportpferd, Schlesisches Warmblut, Rheinisch-Deutsches Kaltblut und Schwarzwälder. Nicht zu vergessen der 21 jährige Teschendorfer Jonathan Grüber mit seinen Ponys Balios und
Beekzicht´s Rolando.
Als Bundeskader U25-Fahrer und Azubi in der Seefelder Pferdeklinik firmiert er in einer anderen Klasse und anderem Zeitlimit. Aber zur eingeschworen Gemeinschaft, die zusammensteht und sich auch gegenseitig hilft, gehört er schon über seinen Opa Micha Grüber. Er ist nicht nur sein Sponsor, sondern auch erfolgreicher Warm- und Kaltblutzüchter und der Guru unter den Oberhavel-Kutscherkönigen.
Mit ein und zwei PS in den Mai
Am 2.Mai rollten 15 Kutschen ganz entspannt über drei Stunden lang durch die eindrucksvolle Schorfheide. An der Tete fuhr Burkhardt Kersten mit seinen beiden schönen braunen Stuten, gefolgt vom Einspänner mit seinem Pferdeprofessor, dem Schimmel Anto Grü.
Mit ihm wurde Burkhardt Kersten schon mehrfach Kreismeister. Der Chef des Wesendorfer Reit – und Fahrtvereins hatte wie in jedem Jahr zum Kutschenausflug eingeladen.
Dieses Mal mit einen ganz besonderem Anlass. Der Wesendorfer Verein wurde 55 Jahre. Vom Turnierplatz ging es unter anderem auf dem Historienwanderweg entlang.
Dort wurden am 26.Okober 1806 im vierten Koalitionskrieg Preußens Husaren und Dragoner von den Franzosen empfindlich geschlagen. Am Gedenkstein mit der Mahnung „Haltet Frieden“ rastete die Mai-Karawane.
Wieder zurück in Wesendorf, der einstigen Wenden- bzw. Slawensiedlung und heute Ort Ortsteil von Zehdenick, konnte jeder Wagenlenker unter Leitung von Jean Carsten Lüttich Dressur und kombiniertes Hindernisfahren trainieren. Die anderen sahen zu, plauderten fröhlich und relaxt bei Bratwurst, Bier, Kuchen und Kaffee.
Dauerduell Haflinger contra Tinker
Zum Start in die grüne Pferdesport Saison gab es in OHV zwei Kutscher – Wettbewerbe, beim Superturnier des RFC Löwenberg in Linde von 10. bis 12. April und eine Woche später beim ländlichen, sehr sportlichen und Familien affinem Turnier im Mittelalter Dorf Kraatz.
10 km von Gransee entfernt begeisterte trotz Dauerregen das eindrucksvolle kombinierte Hindernisfahren als Turnierabschluß. Es siegte bei den Zweispännern der Templiner Turnierveranstalter Dirk Berlin vor Andreas Much, dem Kraatzer Turnierchef und Abteilungsleiter im Amt Gransee.
Im Show-Teil hatten schon sieben historische Kutschen fasziniert. Darunter mehrere Breaks, eine Gig, eine vierspännige Postkutsche und eine Doktorwagen mit den späteren Hindernisfahrern. Organisiert vom Kraatzer Agrar GmbH Chef Andreas Schmidt, dem Kaltblutlenker.
Eine Woche zuvor lag beim renommierten Linde Turnier mit Vielseitigkeit, Viererkampf und Fahren Andreas Much vorn. Angetreten mit zwei Haflinger Gespannen siegte er mit seinen schönen Blonden Artemis und Salero vor Dirk Berlin, RFV Steindamm, der nach der Kombi
mit seinen Tinkern Eris und Femy von Feldheim noch vorn lag. Dann leistete er sich einen Fahrfehler. Das erstaunte viele. Hatte Dirk Berlin doch den Linde Parcours gebaut.
Ein weiterer sehr ernst zu nehmender Konkurrent, der Wesendorfer Burkhardt Kersten, blieb vom zweispännigen Kegelfahren ausge-schlossen, weil er zweimal als Einspänner gestartet war. Dafür siegte Burkhard Kersten in der Kombi Einspänner Pferde A mit seinem Schimmel Anton Grü.
Brandenburgs Fahrelite nahezu unter sich
Unter den 30 Teilnehmern starten in Linde nur vier Mecklenburger. Ansonsten traten nur Brandenburger an. Darunter aus Oberhavel Dana und Lana Jean Lana Rahn, die silberne U 25 Landesmeisterin, der 13 jährige U 25 Landesmeister Lucke Lasse und seine Förderin
Fabienne Siewke aus dem Barnim, die Pony Zweispänner Dressur und Kegel für sich entschied, sowie Anna-Maria Groß aus Havelland.
Zu den erfolgreichen Oberhavelländern zählte in Linde auch der fünfzehnjährige Hendrik Pfitzmann vom veranstaltenden RFC Löwenberg. Mit Groom Papa Tobias, dem Spiritus Rector des Turniers, wurde er Dritter in der kombinierten Pony Zweispänner A. Den für die Nachwuchsarbeit so wichtigen kombinierten WB Einsteiger Wettbewerb gewann Anja Hessler, Reit-, Fahr- und Reittherapieverein Stüdenitz mit Halima Rose K und Motte, gefolgt von Denise Börst, RFV St.Georg Bestensee, und Barbara Hinz, RFV Am Berg. Vierte wurde Nicole Berlin, RFV Steindamm, die Ehefrau des Erfolgsfahrer Dirk Berlin. Nicole wie die anderen Leinenkünstler werden alle beim nächsten großen Event, dem Granseeer Fahrsportfestival, vom 27.-28.Juni wieder anzutreffen sein.
- Andreas Much
- Dana Rahn
- Mit dem Planwagen unterwegs
- Dirk Berlin
- Lana Jean Rahn
- Dirk Berlin
- Andreas Much
- Andreas Much
- Bodo Kleemann
- Schorfheide
- Schorfheide
- Burkhard Kersten
Text und Fotos: © Margot Schöning













Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.