Glanzpunkte des 14.ASCANIA Pferdefestivals

Vom 20. bis 23.August waren in Aschersleben die Glanzpunkt des 14.ASCANIA
Pferdefestival neben dem einzigen landesweiten 3 Sterne Springen der in Sachsen- Anhalt
einmalige Kutschenkorso. Am dritten Tag zogen in der ältesten Stadt des Bundeslandes auf
der Herrenbreite, dem grünen Herzen von Aschersleben, 19 liebevoll geschmückte
Kaleschen und offene Kreativwagen zur Sportarena.

Kutschenkorso

Entlang der historischen Stadtmauer nahmen im Garten-Träume Park, dem Ort der
Bundesgartenschau 2010, in diesem Jahr 185 Reiter mit 288 Pferden an 31 Prüfungen von E bis S
teil. Beliebt und gut besucht war der eintrittsfreie Familientag. 200 Kinder hatte wieder die
Salzlandsparkasse eingeladen zu Puppentheater, Karussell-Fahren und Tomaten- Sauce-Nudelessen.
Kaffee und Kuchen gab es für alle eingeladenen Senioren, unterhalten von Volksmusiksängerin
Regina Ross. Auch Kultband „Atemlos“ rockte erneut das ASCANIA Zelt. Sogar einen Sondertempel
für Wanderfreunde im Salzlandkreis gab es.

Andre Thieme, der Europameister von Riesenbeck 2021 und Emmes beim Ascania Pferdefestival dabei

5.000 mehr Zuschauer als 2025 erlebten das ASCANIA Pferdefestival

Es ist benannt nach dem traditionsreichen, altsächsischen Hochadelsgeschlecht  der Askanier,
deren Ritter und Herrscher ab dem 11. Jahrhundert die Geschichte von Sachsen-Anhalt und
Brandenburg (u.a.  Albrecht dem Bär) maßgeblich prägten. Im nächsten Jahr wird mit dem
15.ASCANIA Pferdefestival vom 19. bis 22.August 2027 Jubiläum gefeiert.

Brandenburger Tinker – Perlen bester Mehrspänner

Das Defilee der Kutscherkönige führte wieder der zweifache Weltmeister und der über 100 Jahre alte
Hettstedter Spielmannszug „Blau-Weiß“ an. In der ASCANIA Arena stellte Turnierchef Harald
Sporreiter die Kutscherkönige charmant, kenntnisreich und mit sehr viel Humor ohne Spickzettel vor.
Darunter den 79 jährige Gerbstedter Jürgen Laue, Ehrenpräsident des Pferdesportverbandes von
Sachsen-Anhalt, mit Schwarzwälder Füchsen seines Freundes Frick aus Schackenthal. Die gebundene
Erntekrone wurde wieder von Ulrich und Dirk Kaufhold aus Radisleben, eine der erfolgreichsten
Haflingerzüchter Sachsen-Anhalts, mit ihren selbst gezogenen wunderschönen Blondmähnen
präsentiert.

Haflingerzüchter Ulrich + Dirk Kaufhold, Radisleben,

Im Dirndl kutschierte die Badeborner Landwirtin Annika Dräger ihren properen
Kaltbluthengst Nestor, Körsieger seines Jahrgangs, und mittlerweile 20 Jahre jung. Aron Huber aus
Welbsleben, Mitglied im Fahrkader Sachsen-Anhalts, zeigte sich mit Familie als Mallorca Urlauber.
Auf den niedrigen Wasserstand der Elbe spielten die Elbpiraten mit Kutscher Juri Lustig aus
Schönebeck an.

Landwirtin Annika Dräger, Badeborn, mit 20jährigen gekörten Kaltblut Hengst Nestor

Der Hingucker jedoch waren wieder die ideenreichen Tinker Perlen aus Schmerzke, einem dörflichen
Vorort von Brandenburg an der Havel. Jedes Jahr sorgen sie mit ihren selbst gezogenen Tinkern für
Furore. Im letzten Jahr gewannen sie im Sechsspänner den Kostümpreis der Mehrspänner als
Schneewittchen und die sieben Zwerge. Nunmehr würdigten sie mit einem Fünfspänner die Kultfigur
„Biene Maja“ anlässlich des 50-jährigen Jubiläum. Perles sind die bedeutendsten Tinkerzüchter im
Bundesland Brandenburg und darüber hinaus. Erst im August wurde bei der Fohlenschau im
Brandenburgischen Haupt-und Landgestüt ihr jüngster Tinker `Boyd Excellent von Perle`
Reservesieger. Zum Schluß erklang zu Ehren aller Kutscher das Trompetensolo „Die Post im Walde“
vom Magdeburger Peter Seidel.

Amke Stroman zeigte allen die Hufe

Amke Stroman, Siegerin im Großen Preis

Die Siegerin im Großen Preis der Salzlandsparkasse ist eine alte Bekannte. Amke Stroman, RFV
Richelsdorf, gewann auf der Herrenbreite schon viele S Springen. „Dieses Mal hatte ich eine
Glückssträhne“, sagte die 43 jährige Hessin. Auf ihre zehnjährig Schimmelstute Fräulein Feeling (For
Feeling/For Pleasure /Calido – 0/82.94/47.2, 2.400,-) ist sie sehr stolz. Endlich klappte es mal bei
ASCANIA mit einem solchen Sieg. Es ist ihr erster Drei-Sterne-Sieg. Als sie fünf Jahre war, fing ich an
sie zu reiten. Ich bin froh, dass auch Kamikaze, mit dem ich Vierter wurde, und Class als Zwölfter auf
so hohem Niveau mitgemacht haben. Meine Pferde bescherten mir allein 4 Siege in M und S sowie
noch drei zweite Plätze und einen dritten. Obendrein ein super modernes Fahrrad für den S** Sieg,                                                                     das mir die Chefin vom Auto- und Fahrradhaus Schmidtkamp&Söhne Aschersleben überreichte. Per
Fahrrad fuhr ich dann die Ehrenrunde. Ich bin gern hier. Es ist mein Lieblingsturnier mitten in einem
schönen Park. So ein Ambiente gibt es auf keinem Turnier in Hessen, Bayern oder Thüringen, wo ich
auch reite. Super organisiert und sehr familiär“ betont die blonde Amazone vom Gestüt “Am
Fuchsberg“ in Eiterfeld, 280 Kilometer von Aschersleben entferntet.

Sachsen-Anhaltinische Springelite schlug sich wacker

Europameister André Thieme galt im Großen Preis als Favorit. Doch der 51jährige Berufsreiter
wurde mit seinen Nachwuchspferden, dem elfjährigen Wallach Emmes, Dritter (4/88.86/1.600, -)
und mit dem zehnjährigen Hengst Castanova Siebenter (4/85.68 im Umlauf/ 600,-). Sehr gefreut hat
sich der große blonde Mecklenburger über den zweiten Platz seines 27jährigen Bereiters Colin
Hackert (0/87.73/2.000,-), dem er den achtjährigen Holsteiner Fuchswallach Onkel Tom (Ogano
Sitte/Cassini II) zur Verfügung stellte. Wenn sein Turnierkalender es zulässt, startet André Thieme
gern bei ASCANIA. Er ist im nahen Mücheln/Saalekreis aufgewachsen. Dieses Jahr war er für den
gleichzeitig in Aachen stattfindenden CHIO nominiert. Doch seine Superstute „DSP Chakaria“ hatte
plötzlich Probleme mit Wassergräben. Er schickte sie in Plau am See auf die Koppel, wo er inzwischen
mit seinem Turnierstall und in Leizen bei Röbel/Müritz Zuhause ist.

Auch die Niedersachsen AmelieOttens und Papa Hans-Jörn Ottens, RC Stotel, nahmen wieder mit                                                                      guten Platzierungen teil.
Bei so viel prominenter Konkurrenz schlugen sich die Sachsen-Anhaltiner wacker. Im Großen Preis
wurde der amtierende Landesmeister und gebürtige Rumäne Filip Florin, RV Wiesengrund –Bad
Schmiedeberg, mit Chicago Sechster (4/80.46 im Umlauf/800,-). In anderen M (Amaranth) und S
(Chicago ) Springen kamen noch zwei Siege hinzu. Interessant war auch der 8.Platz einer weiteren
Amazone im Großen Preis, von Charlise Fleisching auf Monte Levini, RFV Helmsdorf/Gerbstedt
(4/87.64 Umlauf/420,-).Präsens zeigten die Ex-Landesmeister Christof Kauert, Union 1861, (2. mit
Cornet´s Quality M* Clear Round, 2.mit Chelsey in M** 130cm 3. mit High Hope M* 120cm), Oliver
Klüsner, Wörmlitzer MV ( 3.Löwenherz M* ) sowie Steffen Buchheim, RV Ihleburg (3.M** Carthagos
Son, 3. S* Sir Kleinsen). Einen großartiger S* Sieg mit Olli schaffte der 52 jährige Tino Bode, RV am
Geiselthaler Braunsbedra, der Landesmeister von 2019.

Filip Florin,Chicago

Europameister André Thieme, RVF Plau am See, auf Castanova

 

Brandenburgerin mit Zukunftspferd

Patricia Wellig-Munz Mia la Rouge RFVZ Lilienthal, Siegerin ASCANIA Dressurpreis, r.Harald Sporreiter und eine der Hauptsponnaoren Diana Moosbach über geben den ASCANIA Preis Foto- Paul Bertram

Wenn das Flutlicht erstrahlt ist Dressur-Time. Am zweiten Turniertag war es der zwei Sterne ASKANIA
Dressur Preis, eine Kür mit Musik. Mit 73.75 % (400,-) siegte unerwartet, aber sehr überzeugend mit
ihrer grandiosen zehnjährigen Oldenburgerin Mia la Rouge (Fundation – Sir Donnerhall ) Patricia
Welling-Munz, RFZV Otto-Lilienthal, aus dem havelländischen Rhinow im Bundesland Brandenburg.
Zu den drei Richtern gehörte wieder die versierte Rosemarie Ziese aus Thale. Sie gab der siegreichen
Havelländerin Munz mit 75,5 % die höchste Bewertung (Gabriele Köhler 72.129%, Sabine Schirmer
73.625 %). „Mia ist ein Pferd für die Zukunft, das in allen drei Gangarten so viel Elastizität, Gleichmaß
und Schwung entwickelt, wie man es ganz selten sieht. Auch die Musik war gut gewählt. Ich
bewundere immer wieder Dressurpferde, die auf Rasen solche Leistungen bringen, weil sie sich so
schwieriger ausbalancieren können.“ Zweite wurde auf dem neunjährigen Fürstentanz Leonie
Blumentritt (72.791 %, 300,-), RFV Förderstedt. Mit ihrem Zweitpferd Sir Leo gewann sie einen Tag
später das Finale des Femfert Cups (72.75%, 200,-), das zum ersten Mal in Aschersleben stattfand.
Die zwei Sterne Kür auf Kandare zur Musik ist für Amateure aus den neuen Bundesländern gedacht
und soll gleichzeitig an den unvergessenen Reitmeister Wolfgang Mülleraus Löbnitz erinnern In der
Intermediaire I, Dressur S**, folgte ihr auf dem dritten Rang Sandra Bothe mit dem 17 jährigen „Du
oder Keiner“ von Don Crusador und Metternich (70.708%, 240,-), RFV Eilenstedt und Umgebung, das
Siegerpaar des letzten Jahres. Dressur Landestrainerin Nadine Güssow vom gastgebenden
Reitverein, die Viele wieder als Siegerin prognostizierten, wurde mit L´Amour Fünfte (68,666%.,
140.-) Damit war sie zufrieden. Es war der erste Auftritt der elfjährigen Stute (Livaldon/Don
Frededico).

Duell der Landesmeister

Im Zweispänner Fahr-Wettbewerb gewann Fred Perle für den RFV Reckhahn (3/142,32) vor Thomas
Hahn vom RFV Mehringen (9 /115.61). Sarah, die schon als Juniorin viele Fahrpreise einheimste,
schaffte im Einspänner den zweiten Platz mit Nanou von Perle (0/118,24) hinter Christian Huber, RFV

Arnstein Websleben (0/110,89). In den ASCANIA Jahren zuvor war Fred Perle der Dauerkonkurrent
des Vierspännerfahrers und Ex-Landesmeister Uwe Engel aus Badeborn. Doch aufgrund des
Superfohlens konnte Tinker Stute Soraya of Guinness, sonst im Vierspänner, nicht mit nach
Aschersleben. Deshalb duellierten sich in diesem Jahr in der Vierspänner Konkurrenz nur
Landesmeister Steffen Gerber, RFV Steckby-Anhalt, und Uwe Engel, RFV Badeborn. Sie siegten
jeweils im Hindernisfahren (Engel) und im Kombi-Hindernisfahren mit Geländehindernissen (Gerber).
Fred Perle hatte Uwe Engel bei den Titanen der Rennbahn in Brück/Fläming kennengelernt, wo der
Badeborner damals noch mit Kaltblütern rasant um die Hindernisse preschte.

Karneval der Reiteleven

Erneut hatte der Super-Sonntag zum farbenfrohen Laufsteg der kostümieren Reitkids eingeladen.
Wie bei einem Karnevalsumzug marschierten 24 zauberhaft und einfallsreich gekleidete Paare in
zwei Abteilungen in die Springarena ein. So hatten es die Juroren leichter, der Hannoveraner Jan
Crome-Sperling, seit mehreren Jahren ASCANIA Moderator, Anja Sporreiter-Nestorowicz und Vera
Beschnidt, LK Beauftragte und Vizepräsidentin des Landesverbandes. Die Besten herauszufinden war
nicht leicht. In der ersten Abteilung ging die ersten drei Sportwertungen an Emilia Ebeling (7.50) mit
Riverside Misty vom RV Reitanlage Bernburg , Johanna Kraft (7.40) vom RFV Sangerhausen mit
Kreutzhorst`s My-fair-Lady und Greta Przenicki (7.30) vom Schweizerhof Güsten mit Lutnia. Das
beste Kostüm trug das Paar Meerjungfrau mit Amalia Charlotte Hahn vom RFV Mehringen und
Umgebung. Papa Thomas, seines Zeichens auch Vereinsvorsitzender, gab eine umwerfende
Meerjungfrau als Führerin. In der zweiten Abteilung siegte auf Balder Odinson Lena Eulenberg (7.50),
PSG Pony Power, gefolgt von Marlene Herrmann (7.40), RFV Badeborn, auf der Schwarzschecke
Cassandra, verkleidet als Mammut , sonst Fahrpferd der Führerin Josephine Wunsch. Sie wurden
auch Kostümsieger. Elaine Ebeling, Reitanlage Bernburg, schaffte auf Riverside Misty (7.30) den
3.Platz. Alle Reiterlein wurde mit einem Präsent vom Super Sonntag durch Jessica Lewrick und von
der engagierten großzügige Sponsorin Bettina Marschaleck, Therapiezentrum Halberstadt, belohnt.

Engagierte Parcoursbauer

Gestaltet hatten die interessanten Springparcours wieder das eingespielte Team um den
Neuermarker Martin Lühmann, auch Fachausschussvorsitzender Springen im Landesverband. Mit
von Anfang an dabei Ingo Pohle aus Ditfurt und Assistent Frank Bergmann aus Zeitz, der wieder mit
Martin um den schönsten und an jedem Tag anderen Schlips wetteiferte.
Andere Parcours baut Hans- Michael Strube, Vorstandsvorsitzender der Salzlandsparkasse, nicht nur
bei ASCANIA. Er möchte den Sparkassenkunden bei vielen Events für ihre Treue etwas zurückgeben.
Besonders beim Sachsen-Anhaltinischen Leuchtturm des Pferdesports, zu dessen Gründungsväter er
gehört. „Hier auf der Herrenbreite sind unter den 12.000 Besuchern viele Sparkassenkunden. Dass
sie am ersten Tag alle keinen Eintritt zahlten und ansonsten nur wenig fürs Ticket, auch dafür sorgten
wir zusammen mit anderen Sponsoren. Uns motiviert es, wenn wir die vollen Ränge und die ganze
kommunale Familie hier sehen“, sagt Hans- Michael Strube. „Besonders faszinieren mich die Ponny-
Gespanne, die flinken kleinen Pferde mit den kurzen Beinen.“ Nahezu einhundert Sponsoren sind auf
einer ganzen Seite im Programmheft aufgelistet. Die Salzlandsparkasse führt als Premiumsponsor
den spendierfreudigen Reigen an.

 

Text: Margot Schöning
Fotos: Margot Schöning , Paul Bertram