Die Siegerehrung im FEI Dressage World Championship Team Final – Lambertz-Prize (Foto:ALRV © Jasmin Metzner)

Die erste Goldmedaille für Gastgeber Deutschland

Im ersten Wettbewerb der FEI  World Championships gab es Gold für Deutschland. Mit 235,063 Punkten siegte das deutsche Team vor Großbritannien und Dänemark.

Ein paar Freudentränen kullerten bei Katharina Hemmer bereits Stunden, bevor sie als Mannschafts-Weltmeisterin auf dem Podium stand – auf der Schlusslinie ihres Grand Prix am Mittag. Bei ihrer WM-Premiere im Sattel ihres Denoix PCH gelang der 32-Jährigen eine Prüfung, die sie selbst, das Publikum und ihr Team restlos begeisterte. Bundestrainerin Monica Theodorescu riss nach dem Schlussgruß immer wieder die Arme in den strahlend blauen Aachener Himmel, Mentor und Ausbilder Hubertus Schmidt stand derweil sichtlich ergriffen da: Das Zuschauen, von dem er tags zuvor noch gesagt hatte, es sei nervenaufreibender als selbst zu reiten, wurde für ihn zur Sternstunde seiner Schülerin.

„Ich bin so stolz auf mein Pferd“, sagte Hemmer sichtlich bewegt. „Es ging immer mal wieder ein Ohr zur Seite, dann habe ich ihn mit meinen Hilfen angesprochen, und sofort war er wieder bei mir. Er hat heute alles für mich gegeben.“ Und dieses „alles“ zeigte sich in einem exzellenten Seitenbild, federnden Passagen, aktiven Piaffen, mühelosen Übergängen und präzisen Pirouetten – die Liste der Highlights ließ sich beinahe endlos fortsetzen.

Nachdem am Tag zuvor bereits Raphael Netz und Frederic Wandres souverän vorgelegt hatten, war es schließlich an der erfolgreichsten Reiterin aller Zeiten, Isabell Werth, für die deutsche Equipe den „Sack zuzumachen“. Wenn jemand mit Druck umgehen kann, dann die 57-Jährige – selbst dann, wenn ihre Erfolgsstute Wendy de Fontaine sich von der stimmungsvollen Kulisse doch ein wenig aufheizen ließ. Vielen sehr guten Lektionen stand am Ende ein Missverständnis in den Einerwechseln gegenüber: 79,876 Prozent lautete das Ergebnis. Damit stand die deutsche Mannschaft acht Jahre nach dem Triumph in Tryon (USA) abermals als Mannschafts-Weltmeister fest – das zehnte WM-Gold für Werth, das erste für ihre drei Teamkollegen. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, nach 20 Jahren erneut hier in Aachen zum Team zu gehören“, sagte Werth, für die diese Goldmedaille einen ganz besonderen Glanz hat.

Großbritannien holt Silber

Carl Hester sagte zu seinem Ritt:

„Ich reite den Grand Prix jetzt seit 36 Jahren“, schmunzelte der Brite. „Aber es ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderu ng. Aber es ist jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. „Ich habe mir auf meinem Smartphone den besten Ritt meines Lebens angesehen und mir gesagt: Du musst es einfach noch einmal genauso machen. „Es war ein tolles Gefühl zu spüren, dass die Atmosphäre ihn zu keinem Zeitpunkt aus der Konzentration gebracht hat. Es war, als wolle er sagen: Wir gehen da jetzt rein, machen unseren Job – so, wie wir es schon hundertmal gemacht haben.“

Teamkollegin Charlotte Fry ließ ihrer Freude freien Lauf: „Ich bin einfach nur happy… Glammy liebt Aachen, er liebt das Publikum. Es war einfach eine Freude, ihn heute hier reiten zu dürfen.“

Cathrine Laudrup-Dufour mit der höchsten Note

Mit herausragenden 82,276 % hatte sie maßgeblich dazu beigetragen, dass das dänische Team sich über die Bronzemedaille freuen konnte. „Es sind faire Pferdeleute, die hier zuschauen. Sie honorieren gute Leistungen“, freute sich die Weltranglisten-Erste über die stehenden Ovationen nach ihrem Ritt, der – wie sie selbst sagt – hier und da noch kleine Stellschrauben offenbarte, an denen sie in den kommenden Tagen drehen möchte. „Aber für die erste Prüfung in dieser eindrucksvollen Arena bin ich wirklich sehr happy.“

Den Ritt von Teamkollege  Daniel Bachmann Andersen bewerteten die Richterinnen und Richter mit 74,876 %. Er freute sich über die Leistung seines Oldenburgers Flash Gordon : „Er hat so viel Ausdruck, Power und Elastizität. Aber eine Arena wie diese hat er noch nie gesehen“, so der 36-Jährige. „Ich habe mir gesagt, wenn er dich da drin zum Reiten kommen lässt, dann reite. Und er hat mich gelassen.“

Das Ergebnis im FEI Dressage World Championship Team Final

Quelle: Pressemitteilung ALRV vom 12.08.2026