Ben Maher siegt in einem Rolex Grand Prix, wie er wohl noch nie da war…
Alle Augen richteten sich auf Richard Vogel, die aktuelle Nummer 1 der Welt. Er hatte in Spruce Meadows die Chance, sich nach dem Briten Scott Brash als zweiter Reiter in der Geschichte den Rolex Grand Slam of Showjumping zu sichern. Zunächst lief auch alles nach Plan. Im Umlauf blieb er mit United Touch S fehlerfrei und qualifizierte sich für den entscheidenden zweiten Umlauf. Das war auch Steve Guerdat, Ben Maher, Lillie Keenan, Roy van Beek, Katie Laurie , Sameh El Dahan und Yuri Mansur gelungen. Im zweiten Umlauf, der wie zu erwarten, erneut hohe Anforderungen an Reiter und Pferde stellte, hatte Richard Vogel einen Abwurf. Alle Chancen auf den Grand Slam schienen damit dahin zu sein. Aber es kam ganz anders, denn es gab nach Umlauf 2 keine einzige Doppel-Nullrunde. Sechs Reiterinnen und Reiter hatten jeweils insgesamt 4 Fehlerpunkte auf ihrem Konto. Das war eine Konstellation, mit der wohl niemand gerechnet und die es wohl so auch noch nie in einem Rolex Grand Prix gegeben hatte. Für Richard Vogel bedeutete das, dass es für ihn nun eine zweite Chance auf den Sieg gab.
Ein Stechen – bis zum letzten Ritt spannend wie ein Krimi …
Weltmeister Steve Guerdat nutzte seine zweite Chance mit einem furiosen Ritt, bei dem er nach 42,25 Sekunden im Ziel war. Dabei hatte er soviel riskiert, dass es kaum möglich schien, diese Zeit noch zu unterbieten. Aber Ben Maher und Enjeu de Grisien waren tatsächlich noch schneller. Für dieses Paar stoppten die Uhren nach 41,40 Sekunden. Das Publikum feierte den Briten mit tosendem Applaus. Was war nun noch möglich? Richard Vogel und United Touch S mussten Null bleiben und diese superschnelle Zeit unterbieten. Natürlich versuchten sie das auch und bis zum Aussprung der Zweifachen sah das auch sehr gut aus, aber dann fiel eine Stange und alle Träume vom Grand Slam waren zerplatzt. Schlussreiterin Lillie Keenan aus den USA kam mit Fasther sehr nahe an die Spitzenzeit von Ben Maher heran, aber am Ende reichte es nicht ganz. Mit ihrer Zeit von 41,85 Sekunden wurde sie in diesem Krimi von Spruce Meadows Zweite. Ben Maher feierte damit seinen ersten Sieg in einem Rolex Grand Slam Major.

Ben Maher (Foto:Silvia Reiner)
Fotos: © Silvia und Hans-Joachim Reiner
