„Ich habe damit niemals gerechnet.“

Das war die erste Reaktion einer überglücklichen Cassandra Orschel, als klar war, dass sie das 91.Deutsche Springderby gewonnen hatte. Für sie, die eigentlich gar nicht so sicher war, ob sie überhaupt an den Start gehen wollte, hatte sich nun ein Kindheitstraum erfüllt. Mit Freudentränen in den Augen sagte sie , dass sie es überhaupt nicht glauben könne. Sie war die erste, der es heute gelang, den wohl schwersten Parcours der Welt mit nur einem Springfehler zu absolvieren. Einzig die Planke nach dem Wall blieb nicht liegen.

und Dakara vor dem Stechen

Jan Peters und mit tollen Ritten platziert

Der Brandenburger Jan Peters, der 2018 und 2019 mit seinem Kokolores jeweils unter den Top Ten war, ritt heute wiederum seinen nun schon 19-jährigen Schimmelwallach. Erst an den  Eisenbahnschranken gab es den ersten Abwurf.  Zwei weitere am Gatter und an Pulvermanns Grab folgten. Trotzdem konnte Jan Peters mit seinem Pferd sehr zufrieden sein, denn auch in diesem Jahr war er mit dieser tollen Leistung als Neunter unter den Top Ten. Auch und sein Cent-blue begeisterten heute das Publikum im Derby-Park. Mit zwei Abwürfen am Busch-Oxer und an den Holsteiner Wege-Sprüngen kam der Brandenburger Reiter in diesem Jahr auf einen hervorragenden fünften Platz.

Sandra Auffarth und Frederic Tillmann im Stechen – Benjamin Wulschner im Pech

Erst der von vielen favorisierten Sandra Auffarth (Startnummer 23) gelang es, den Parcours ebenfalls mit nur einem Abwurf zu beenden. Sie hatte 2018 und 2019 jeweils den dritten Platz belegt und hatte nun wieder die Chance, ganz vorn mit dabei zu sein. Unmittelbar nach ihr versuchte Frederic Tillmann, es seinem jüngeren Bruder gleich zu tun. Der hatte 2013 mit seinem Hello Max das Deutsche Springderby gewonnen. Dafür hätte er einen Null-Fehler-Ritt gebraucht. Aber das klappte nicht ganz, denn die zweite Eisenbahnschranke fiel. Natürlich war das trotzdem eine großartige Leistung, denn noch gab es keine Nullrunde. Mit Benjamin Wulschner und dem dreifachen Derbysieger Andre Thieme warteten aber noch zwei Favoriten auf ihre Chance. Benjamin Wulschner, der in der bisherigen Derby-Woche sehr erfolgreich war, fehlte heute das nötige Quäntchen  Glück. Nach Fehlern an der Planke, dem Busch-Oxer und den Eisenbahnschranken standen für ihn am Ende 12 Fehlerpunkte zu Buche.

Andre Thieme, Contadur  und der Busch-Oxer…

Andre Thieme hatte es nun als letzter Reiter selbst in der Hand, das Derby zum vierten Mal für sich zu entscheiden. 2018 und 2019 machte der Busch-Oxer alle Siegeshoffnungen zunichte. Leider war es wieder dieses Hindernis, an dem Contadur versuchte einzufußen…  Nun waren es zwei Reiterinnen und zwei Reiter, die jeweils vier Fehlerpunkte auf ihrem Konto hatten und nun in einem Stechen um den Sieg kämpfen mussten.

reitet mit Dacara E zum Sieg

Im Stechen blieb als einzige Reiterin fehlerfrei. Weder der Busch-Oxer, noch der mächtige Birken-Oxer oder die Eisenbahnschranken machten ihr Probleme. Nach 55,31 Sekunden reckte sie nach dem Überqueren der Ziellinie vor Freude die Arme in die Höhe. Bei Sandra Auffarth’s Ritt fielen das Gatter und eine Eisenbahnschranke. Damit waren ihre Siegeshoffnungen dahin. Frederic Tillmann hingegen war dem Sieg sehr nahe. Seine Zeit von 52,70 Sekunden hätte gereicht, wenn nicht die zweite Eisenbahnschranke gefallen wäre. Auch bei Andre Thieme lief es nicht so gut. Den Busch-Oxer sprang Contadur im Stechen problemlos, aber am Gatter und am letzten Sprung hatte der Europameister jeweils einen Fehler.

und Dakara nach dem letzten Sprung

Fotos : Julia Reiner