Foto: Justin Verboomen (BEL) und Djembé de Hus OLD © Pferdefotografie Stefan Lafrentz

Belgisches Doppel an der Spitze: Verboomen gewinnt FEI Dressage World Cup™ Grand-Prix in Neumünster

(Neumünster) Dieses Bild hatte es in den Holstenhallen so noch nicht gegeben: Gleich zwei Dressurreiter aus Belgien dominierten am Samstagmorgen den FEI Dressage World Cup™ Grand Prix der VR CLASSICS Neumünster. Vor ausverkauften Rängen wurde der Weltranglistenerste und amtierende Doppel-Europameister Justin Verboomen seiner Favoritenrolle eindrucksvoll gerecht. Im Preis von Madeleine Winter-Schulze & Familie Schwiebert, Helenenhof, sicherte sich der 38-Jährige im Sattel seines 11-jährigen Djembé de Hus OLD mit 76,826 Prozent den klaren Sieg. Platz zwei ging mit 74,196 Prozent an seine EM-Teamkollegin und Landsfrau Larissa Pauluis auf dem 16-jährigen Flambeau. Das Podium komplettierte der deutsche Weltcup-Führende Raphael Netz mit Great Escape Camelot (73,587 Prozent).

Gelungene Neumünster-Premiere für Verboomen

Für Justin Verboomen war es der erste Start in Neumünster – und zugleich erst der dritte internationale Grand Prix mit Djembé de Hus OLD überhaupt. Entsprechend groß war der Respekt vor der traditionsreichen Holstenhalle.

„Die Arena hier ist wirklich beeindruckend. Ich hatte im Vorfeld tatsächlich ein bisschen Respekt, hier zu reiten – aber es hat sich dann sehr gut angefühlt“, erklärte der Belgier nach seinem Ritt. Teamkollegin Larissa Pauluis habe ihn vorgewarnt: „Sie hat mir immer gesagt: Wenn du hier reitest, kannst du fast die Füße des Publikums berühren.“

Gerade für sein noch relativ unerfahrenes Pferd sei die Atmosphäre eine Herausforderung gewesen: „Djembé ist große Zuschauermengen und so eine Umgebung noch nicht gewohnt. Aber er hat das heute großartig gemacht. Von Prüfung zu Prüfung wird er selbstbewusster und konzentriert sich mehr auf mich.“ 

Besonders zufrieden zeigte sich Verboomen mit einzelnen Lektionen: „Einige Teile der Prüfung waren heute noch besser als in der Weltcup-Etappe von Mechelen – vor allem der starke Schritt, die Übergänge und die Galopparbeit.“ Der Damon-Hill-Sohn wurde zuvor von Jessica Michel-Botton und Marcus Hermes bis Grand Prix gefördert – nun setzt er unter Verboomen seine internationale Entwicklung fort.

Pauluis mit persönlicher Bestleistung

Larissa Pauluis präsentierte Flambeau bereits zum dritten Mal in der FEI Dressage World Cup™ Etappe von Neumünster und stellte mit Rang zwei zugleich eine neue persönliche Bestleistung im Grand Prix auf. „Es ist eigentlich lustig, denn jeder weiß, dass er bei Siegerehrungen manchmal richtig wild sein kann“, sagte sie schmunzelnd über den Ampere-Sohn. 

Die Nähe zum Publikum sei in Neumünster besonders: „Diese Halle ist nicht einfach, weil die Zuschauer so nah sind – aber er scheint genau das hier zu mögen.“ Ihr Fazit fiel entsprechend positiv aus: „Er war heute total fokussiert und ich glaube, es war unsere beste Prüfung. Er entwickelt sich ständig weiter, unsere Verbindung ist viel besser geworden. Ich bin wirklich sehr stolz auf ihn.“

Dass Belgien zum zweiten Mal in der FEI Dressage World Cup™  Saison doppelt an der Spitze steht, erfüllte sie mit besonderer Freude, auch wenn sie in Mechelen noch den ersten Platz holte: „Eins oder zwei – das ist egal. Es ist einfach ein großartiges Jahr für den belgischen Dressursport.“

Netz trotz Ausrutschers mit persönlicher Bestmarke

Auch Raphael Netz bestritt mit Great Escape Camelot bereits seinen dritten Start in Folge in Neumünster und zeigte sich nach Rang drei zufrieden, obwohl nicht alles perfekt verlief. „Es ist jetzt unser drittes Mal hier und wir haben den Ritt heute sehr genossen. Ich konnte jede Ecke nutzen“, analysierte der Bayer. Ein kleiner Moment kostete jedoch Punkte: „Leider hatten wir in der zweiten Passage einen kleinen Rutscher.“

Trotz des Fehlers bedeuteten die 73,587 Prozent eine persönliche Bestleistung im Grand Prix. „Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet, weil ich nach dem Ritt viel über diesen Moment nachgedacht habe. Als ich dann die Noten gesehen habe, war ich sehr glücklich.“

Sein Ticket für das FEI Dressage World Cup™ Finale in Fort Worth (USA) gilt als nahezu gesichert. Nun gehe es vor allem um Feinschliff: „Punkte sammeln muss ich nicht mehr unbedingt, aber wir wollen uns natürlich weiter verbessern. Und ich liebe es einfach, Turniere zu reiten. Genau dafür machen wir das ja: um Spaß zu haben und uns weiterzuentwickeln.“ 

Starke Jugend rückt nach

Hinter dem Spitzentrio präsentierte sich die nächste Generation bereits sehr eindrucksvoll. Der erst 22-jährige U25-Europameister Moritz Treffinger ritt mit dem 17-jährigen Hengst Fiderdance bei seinem zweiten FEI Dressage World Cup™-Start nach Amsterdam auf Rang fünf (71,370 Prozent) – eine neue persönliche Bestleistung für das Paar. Bemerkenswert: Rund ein Viertel des 16-köpfigen Starterfeldes war unter 25 Jahre alt – ein deutliches Zeichen dafür, dass der FEI Dressage World Cup™ längst auch als Sprungbrett für den internationalen Dressurnachwuchs gilt. 

Auch aus Sicht der Richter spiegelte die Prüfung die positive Entwicklung des Grand-Prix-Sports wider. Chefrichterin Elke Ebert zeigte sich angetan von der Qualität und Vielfalt des Starterfeldes: „Es waren ausgesprochen interessante Reiter-Pferd-Kombinationen am Start und besonders erfreulich ist, dass immer mehr junge Reiter im Grand Prix Sport nachrücken. Das ist in einer Halle wie hier in Neumünster eine echte Herausforderung. Viele erfahrene Reiter sagen im Vorfeld: ‚Seid vorsichtig in dieser Halle.’ Umso beeindruckender ist es, wie selbstbewusst und stark die Nachwuchsreiter hier auftreten. Wir waren uns in der Richtergruppe über die Rangierung einig und insgesamt sehr beeindruckt von der Qualität des Feldes.“

Auch von der Sponsorenseite wurde die sportliche Leistung und die Bedeutung der Nachwuchsförderung besonders hervorgehoben. Rainer Schwiebert unterstrich das Engagement seiner Familie und die Strahlkraft der Veranstaltung: „Neumünster liegt uns als Familie sehr am Herzen, und solange ich an vorderster Front stehe, werden wir dieses Turnier mit voller Überzeugung unterstützen. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der jungen Reiter im U25-Bereich. Als Hamburger Verbandstrainer bin ich viel im Nachwuchs unterwegs und weiß, wie wichtig solche Bühnen sind. Die gezeigten Leistungen waren beeindruckend und vielleicht auch ein Ansporn für andere, diesem Beispiel zu folgen.“

Die FEI Dressage World Cup™ Qualifikation wird bereits zum 39. Mal in Neumünster ausgetragen, es ist damit die dienstälteste Station in der Dressurserie. Mit den besten 15 Paaren gibt es ein Wiedersehen am Sonntag um 10:00 Uhr in der FEI Dressage World CupTM Kür präsentiert von der VR Bank zwischen den Meeren. 

Quelle: Pressemitteilung vom 14.Februar VR Classics Neumünster Horses and Dreams Entertainment GmbH

Das Ergebnis im FEI Dressage World Cup™ Grand-Prix in Neumünster

Foto: © Pferdefotografie Stefan Lafrentz