Kent Farrington, Gazelle (Foto: Silvia Reiner)
Kent Farrington
Kent Farrington

„Das ist für mich das Größte!“

Das waren die Worte von Kent Farrington nach seinem Sieg im Rolex Grand Prix of Aachen. „Ich habe mir das schon immer gewünscht. Ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich es wirklich geschafft habe.“ Der sonst oft etwas verschlossen und kühl wirkende  US-Reiter strahlte über das ganze Gesicht und ließ seiner Freude über den Sieg in der Pressekonferenz freien Lauf. Er sei sehr froh darüber, dass er nach seinem schweren Unfall nun wieder dabei sein  und dann auch noch einen solch großartigen Sieg feiern könne.

Der Umlauf

Für den Start im Rolex Grand Prix of Aachen hatten sich insgesamt 40 Reiterinnen und Reiter qualifiziert. Henrik von Eckermann (SWE), der den Rolex Grand Prix of s’Hertogenbosch gewonnen hatte und heute damit die Chance gehabt hätte, bei einem Sieg einen zusätzlichen Bonus von 250000 Euro zu bekommen, startete nicht. Er sagte, dass sich  seine Stute Toveks Mary Lou nicht ganz wohl fühle und dass er deshalb diese  Entscheidung im Interesse der Gesundheit seines Pferdes getroffen habe. Vom Publikum wurde das mit sehr viel Beifall honoriert.

Parcoursdesigner Frank Rothenberger hatte für den Grand Prix einen sehr schwierigen Kurs erstellt, auf dessen besondere Schwierigkeiten er im Interview vor Beginn des Springens hinwies. (https://resulting.chioaachen.de/show/12/event/70/competition/16/startlist/)

Frank Rothenberger

Frank Rothenberger in der Pressekonferenz nach dem Grand Prix

Sven Schlüsselburg, der als dritter Teilnehmer in den Parcours kam und zum ersten Mal in Aachen an den Start ging,  sorgte mit seinem Wallach Bud Spencer 7 für die erste große Überraschung. Der 38-jährige Reiter blieb ohne Abwurf und bekam lediglich zwei Strafpunkte für das Überschreiten der erlaubten Zeit.

Sven Schlüsselburg und Bud Spencer

Mit dieser großartigen Leistung übernahm er zunächst die Führung in einem  der schwersten Springen der Welt. Die erste Nullrunde gelang dann dem irischen Reiter Darragh Kenny mit seiner Stute Babalou.

In der Folge  blieben weitere acht Reiterinnen und Reiter ohne Abwurf. Zur Freude des Aachener Publikums gehörten dazu auch Weltmeisterin Simone Blum mit DSP Alice   und Daniel Deusser, der seinen Hengst Scuderia 1918 Tobago Z unter dem Sattel hatte. Insgesamt konnten sich 18 Teilnehmer für die zweite Runde qualifizieren.

Kent Farrington
Martin Fuchs, Clooney 51
Martin Fuchs
McLain Ward, HH Azur
Jerome Guery
Jerome Guery, Quel Homme De Hus

Ben Maher, Explosion W
Simone Blum
Simone Blum, DSP Alice
Daniel Deusser, Scuderia 1918 Tobago Z
Daniel Deusser

Runde 2 für die besten 18 Reiter-Pferd-Paare

Gestartet wurde nun in umgekehrter Reihenfolge. Das bedeutete, dass Daniel Deusser mit der schnellsten Nullrunde des Umlaufs als letzter Reiter in Runde 2 starten würde. Sven Schlüsselburg gelang erneut ein Ritt ohne Abwurf. Dieses Mal blieb er auch innerhalb der erlaubten Zeit. Alle Reiter nach ihm hatten den Umlauf fehlerfrei beendet. Für das Stechen um den Sieg qualifizierten sich McLain Ward (USA), Jerome Guery (BEL), Darragh Kenny (IRL), Simone Blum (GER), Ben Maher (GBR), Kent Farrington (USA) und Daniel Deusser (GER) mit einer zweiten Nullrunde.

Das  Stechen um den Sieg im Rolex Grand Prix of Aachen

Nur zwei Reitern gelang es, im Stechen erneut fehlerfrei zu bleiben. Kent Farrington ritt mit seiner Stute Gazelle (Mare \ Bay \ 2006 \ Kashmir van Schuttershof x Indoctro) nach 43,98 Sekunden über die Ziellinie. Simone Blum und DSP Alice hatten danach einen Abwurf am vorletzten Sprung. Nun hatte es Daniel Deusser selbst in der Hand, sich den Sieg zu sichern. Über dem letzten Sprung sah es auch so aus, als würde es ihm gelingen, aber im Ziel war er 0,37 Sekunden langsamer als Kent Farrington.

Kent Farrington – Sprung zum Sieg
Daniel Deusser im Ziel

 

Fotos:©reitsportportal.com  Silvia und Hans-Joachim Reiner

 

 

 

 

 

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